Gesamtschule

Die Gesamtschule ist diejenige Schulform, die die Trennung in Hauptschule, Realschule und Gymnasium aufhebt. In Deutschland ist die Gesamtschule nur in wenigen Bundesländern vertreten und dort meist mit dem Konzept der Ganztagsschule gekoppelt.
Das Ziel der Gesamtschule ist es, einer Entwicklung entgegen zu wirken, in der sich Schüler aus unterschiedlichen sozialen Ständen frühzeitig aufgrund einer getrennten Schulform fremd werden. Sie agiert daher stark integrationsfördernd. Die Schüler sollen lernen, mit Mitschülern aus allen Schichten umzugehen. Da die Gesamtschule aber mit dem mehrgliedrigen Schulsystem konkurriert, wurde dieses Ziel bislang nur in Ansätzen erreicht. Politiker sehen in der Gesamtschule die Chance, möglichst vielen Schülern ein hohes Bildungsniveau zu bieten, während Kritiker unterstellen, dass durch das „schwächstes Glied in der Kette“-Prinzip genau das Gegenteil erreicht wird. Die Schüler wären zwar auf einem gemeinsamen Bildungsstand, dieser sei aber niedriger als der in anderen Schulformen.

Eine andere Form der Gesamtschule ist die Orientierungsstufe. Diese Schule besuchen alle Schüler nach Vollendung der Grundschule. Die Orientierungsstufe hat keinen Abschluss, sondern dient dazu, bei jedem einzelnen Schüler festzustellen, ob er eher für die Haupt-, Realschule oder das Gymnasium geeignet ist. Die Orientierungsstufe war bis 2005 häufig in Deutschland anzutreffen, gehört seitdem aber eher zu den Ausnahmen.