Gymnasium

Das Gymnasium entstammt dem griechischen Wort „gymnásion“, ein Ort der körperlichen und geistigen Ertüchtigung. Im Mittelalter dienten Kloster- und Stadtschulen der höheren Ausbildung. Vor allem in protestantischen Gebieten wurde in diesen Schulen unter Anderem Latein gelehrt. Erst mit dem Zeitalter der Aufklärung wurden zunehmend Deutsch, moderne Fremdsprachen und naturwissenschaftliche Fächer unterrichtet.


In den meisten Bundesländern beginnt der Unterricht im Gymnasium mit der 5. Klasse, in Niedersachsen durften die Schüler das Gymnasium erst nach dem Durchlaufen der Orientierungsstufe besuchen. Dies wurde jedoch am 1. August 2004 geändert. Ebenfalls seit diesem Jahr wurde die Dauer der gymnasialen Bildung von neun auf acht Jahre verkürzt.


Das Gymnasium gliedert sich in zwei Abschnitte, die Sekundarstufe I und Sekundarstufe II. Die Sekundarstufe I endet mit der 10. Klasse, danach wählen die Schüler sogenannte Leistungsfächer und Prüfungsfächer. Der Unterricht in den Leistungsfächern beträgt 5 Stunden pro Woche und bietet den Schülern die Möglichkeit, sich bereits hier gezielt auf einen höheren Bildungsgang vorzubereiten.
Mit dem Abschluss des Gymnasiums wird das Abitur erlangt. Dieses öffnet dem Schüler die Türen zu allen Hochschulen. Seit einigen Jahren wurde dazu übergegangen, ein Zentralabitur zu schreiben. Hierbei werden die Themen für die Prüfung nicht von den Schulen/Lehrern, sondern von einer zentralen Behörde, meist das Kultusministerium des Bundeslandes, ausgearbeitet. Das Zentralabitur soll für mehr Vergleichbarkeit und höhere Transparenz sorgen, ist aber stark umstritten.